Die von den Franziskanern erbaute Klosterkirche beeindruckt durch die Wandbilder von Xabier Egana. Sie gehören zu den herausragenden Werken moderner Kunst im Oldenburger Münsterland.

Franziskanerkloster Mühlen

Das Franziskanerkloster Mühlen wurde 1908 gegründet. Durch die Grundsteinlegung am 19. März 1909 begannen die Franziskaner unter der Leitung des Architekten Bruder Quintilian mit dem Bau der Klosterkirche. Bereits Ende des gleichen Jahres wurde das Gotteshaus fertiggestellt. Am 20. Oktober 1910 wurde die Kirche in einem feierlichen Gottesdienst durch Weihbischof Eberhard Illigens, Münster, geweiht. 1926 wurde Mühlen zum Pfarrektorat, später stieg es zur Pfarrei auf. Später wurde ein Teil des Klosters zu einer Seniorenwohnumlage umgebaut. Seit 2007 wohnen die Franziskaner in einem Appartment-Wohnhaus hinter der Kirche. Am 27. April 2008 feierten die Franziskaner mit der damals noch eigenständigen Gemeinde St. Bonaventura das 100-jährige Jubiläum ihres Klosters. Im Jahre 2010 folgten die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Klosterkirche. Alle Fotos zur Geschichte von St. Bonaventura von Bernhard Ahrnsen.

Die drei heute dem Kloster angehörenden Franziskanerbrüder widmen sich der Pfarr- und Schwesternseelsorge, Aushilfen und Vertretungen in umliegenden Gemeinden und der Krankenhausseelsorge. 

Ansgar Koch
Pater OFM
Telefon: 05492 / 982072
Mobil: 0162 / 4798220
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Gisbert Preuß
Pater
Poststr. 13
49439 Mühlen
Telefon: 05492 / 37 47
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Gottfried Zedler
Pater
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49439 Mühlen
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Kirchenausmalung durch Xabier Egana

In 1981 schuf der baskische Maler Xabier Egana große Wandgemälde, die das Innere von St. Bonaventura prägen. „Sie gehören zu den herausragenden Werken moderner Kunst im Landkreis Vechta“, schrieb Dr. Ruth Dalinghaus.. Der Künstler, der den Stil Picassos nachahmt, möchte den Kreuzweg Jesu und das Leiden der Menschen in unsere Zeit übersetzen.

Rundgang

Wer die Klosterkirche betritt, ist ergriffen von ihrer Helligkeit. Klar und geordnet führen die Pfeiler, Bögen, das Gewölbe, die grauen Bänke zum Altar und Tabernakel.

Die franziskanischen Heiligen vorn in der Stirnwand neben dem auferstandenen Christus - links der heilige Franziskus, rechts der heilige Bonaventura als Kirchenpatron - erinnern daran, dass die Kirche von den Franziskanern gebaut und betreut wurde. Das Eingangsportal (1), gestaltet von Dominikus Witte aus Osnabrück, stellt in Farben, Formen und Schrift den Sonnengesang des heiligen Franziskus dar.

Die Glasfenster im Mittel- und in den Seitenschiffen aus den Jahren 1973/1974 spenden Licht in hellen Farben. Sie erinnern an den brennenden Dornbusch, in dem Gott sich Moses zeigte und der dagher als Zeichen für Gottes Gegenwart steht. Das tiefblaue Rundfenster in der Stirnwand (Buschulte) fasziniert durch das Farbspiel und den roten Leuchtpunkt.

Beim Gang zur Schmerzhaften Mutter kommt man zum Kreuzigungsgemälde (2) mit dem Ereignis der Zerstörung Guernicas (1937) durch deutsche Flugzeuge. Kardinal von Galen als Zeuge des furchtlosen Widerstandes hält Wache unter dem Kreuz.

Im rechten Seitenschiff ist die Figur des Heiligen Franziskus (3) in das Kreuzwegsgeschehen eingebunden: Franziskus empfängt beim Betrachten der Kreuzigung Jesu die Wundmale. Die Figur aus dem späten 18. Jahrhundert wurde der Gemeinde nach langer Irrfahrt (Auffindungsort war Berlin) geschenkt.

Eine kostbarste Plastik der Kirche ist die in einem gläsernen Rosenschrein thronende Madonna mit dem Kind (4) aus dem 15. Jahrhundert, von einem unbekannten schlesischen Meister aus Lindenholz geschnitzt.

Die beiden sich gegenüberliegenden Wandbilder Xabier Egana im Querhaus (5) haben die beachtliche Größe von 5,60 mal 4,50 Quadratmeter. Sie stellen den Kreuzweg Jesu in der Geschichte unserer Zeit (spanische Polizei, Inquisition, Maximilian Kolbe, der Junge mit der Blechtrommel…) dar. Die Bilder von Machtmissbrauch, politischer Gewalt und geschundener Natur wollen nachdenklich stimmen.

Die Kreuzwegstationen, die vorne im linken Seitenschiff beginnen, enden im rechten Seitenschiff vorne mit dem Mosaik des wiederkommenden Christus und dem Gemälde der neuen Gottesstadt, von der die vier Evangelisten (6) Zeugnis geben.

Der mächtige Altar von Johannes Niemeyer im Chorraum ist die Mitte der Kirche. Er steht in Verbindung zum Tabernakel, der von einem Messinggeflecht einem Vorhang gleich umfasst ist.

In den Wandnischen des Chorraumes sind nach dem Vorbild der Königsgalerien die zwölf Apostel (7) dargestellt.

Vorne im linken Seitenschiff erinnert das Gemälde (8) von der Taufe Jesu daran, dass hier einmal der Taufstein stand. Wenn ein Mensch getauft wird, öffnet sich der Himmel, und mit Musik wird ein Fest gefeiert.

Der Heilige Josef (9) am linken Pfeiler trägt das Jesuskind. Die Figur stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Im linken Seitenschiff finden sich der Heilige Antonius (10) sowie der neue Beichtstuhl, der die kunstvollen Glasfenster im Portal aufnimmt.

Der Taufstein (11) wird umrahmt von alten Pflastersteinen der Kirche. Er steht im Eingangsbereich, zur Erinnerung, dass die Taufe das Eingangssakrament der Kirche ist.

Das letzte Gemälde hinten im Seitenschiff wurde um das vorhandene Holzkreuz gemalt. Es ist der berühmten, von Matthias Grünewald gemalten Kreuzigungsszene des Isenheimers Altar in Colmar nachempfunden. Mit der blauen Sträflingsuniform weist es auf die Konzentrationslager jüngerer Zeit hin. Der Text der Heiligen Schrift und das Gedicht von Bertolt Brecht deuten das Kreuzgeheimnis.

Am Ausgang der Klosterkirche steht die Figur des Heiligen Christopherus (13), der Jesus trägt. Die Figur erinnert den Besucher, selbst Christus in die Welt hineinzutragen.

muehlen innen altar