Ansprechpartner/in

Christian Wölke
Pfarrer
Telefon: 05492 / 92685-13
Mobil: 0160 / 5339779
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Die Pfarrgemeinden Holdorf und Handorf-Langenberg unterstützen seit 1998 die Menschen in Pasvitinys: ein kleines Dorf in Litauen, 1700 km von Holdorf entfernt. Die Menschen wohnen dort weit verstreut in einfachen Behausungen und sind zum Großteil weiterhin auf Hilfe angewiesen.
Bei den jährlichen Hilfstransporten, die aus Spendenmitteln finanziert werden, bringen wir benötigte Hilfsgüter für das ganze Dorf inklusive Kinderheim, als auch unsere Arbeitskraft mit. Dort renovieren wir ein Pfarrhaus, welches auch als Pfarrheim genutzt wird. Dem Litauenkreis wohnen ca. 20 Personen bei.

Zur Entstehung der Partnerschaft

Mit der Gründung eines Osteuropa-Ausschusses der Malteser und der Caritas machte der Auslandsreferent der Malteser, Herr Stefan Grabber, der Pfarrgemeinde Holdorf den Vorschlag, eine Partnerschaft in Litauen zu übernehmen. Im April 1998 besuchte Herr Grabber die Gemeinde Pasvitinys. Gemeinsam mit dem dortigen Pfarrer Vidas bereiste er die Gemeinde. Pfarrer Vidas spricht durch sein Studium in Münster und des längeren Aufenthaltes in Vechta, Maria Frieden sehr gut deutsch. Nach seiner Rückkehr stellte Herr Grabber uns anhand von Dias dann dieses mögliche Projekt vor:

Wo liegt Pasvitinys ?

Pasvitinys liegt im Norden Litauens, im Dekanat Pakruojis, Diözese Shauliai. Die politische Gemeinde, die gleichzeitig den Einzugsbereich der katholischen Pfarrgemeinde ausmacht, ist ca. 400 km² groß und umfasst etwa 40 kleinere Bauernschaften. Im Kern Pasvitinys leben etwa 800 Einwohner, in der Gemeinde selber ca. 2500. Litauen selbst ist zu 70 - 80% katholisch. Die Region ist äußerst landwirtschaftlich geprägt und weist einen sehr geringen Entwicklungsstandard auf. Der Boden in der Region ist einer der besten Litauens, so dass neben Roggen und Feldfrüchten auch Weizen und Erbsen angebaut werden können. Im Bereich der Gemeinde wohnen sehr viele hilfsbedürftige Familien in den einfachsten Behausungen. Sie sind teilweise nicht in der Lage, sich über den täglichen Bedarf hinaus mit Bekleidung zu versorgen. Ein großes Problem ist der Alkohol. Vor allem die Väter sind davon betroffen. In Pasvitinys gibt es eine Grund- und eine weiterführende Schule. Dort werden mittags ca. 200 Kinder mit einer warmen Mahlzeit versorgt, wobei die Eltern kaum in der Lage sind, die Kosten hierfür aufzubringen. Die Schulküche ist sehr notdürftig eingerichtet. Außerdem gibt es noch 3 dezentrale Grundschulen mit je ca. 20 Kindern und 2 Lehrkräften.

Zur katholischen Pfarrgemeinde Pasvitinys

Die Kirche selbst ist in einem akzeptablen Zustand, bräuchte jedoch einen neuen Farbanstrich. Sie ist den winterlichen Frostschäden ausgesetzt, weil sie wegen fehlender Mittel nicht beheizt werden kann. Neben der Kirche steht ein altes renovierungsbedürftiges Dechantenhaus. Das Haus hatte ein paar Jahre zuvor ein neues Dach bekommen, damit es vor weiteren Schäden geschützt wurde. Im Erdgeschoß befinden sich 9 Räume, im ersten Stockwerk 8 Räume. Außerdem weist es einen großen Gewölbekeller auf. Fast alle Räume haben große Wasserschäden. Neben dem Dechantenhaus gibt es noch einen kleinen Stall mit 2 Garagen. Der Pfarrer wohnt in einem kleinen Holzhaus, welches sich auf dem Kirchhof befindet. Zusätzlich gibt es noch ein Gebäude, das ebenfalls zur Kirche gehört, aber von der politischen Gemeinde unterhalten wird. Dieses wird als Jugendzentrum genutzt und es finden auch hin wieder mal Tanzveranstaltungen o.ä. statt.

 

Pfarrer Vidas hatte für seine Gemeinde folgenden Wunsch:

1. die Gemeinde mit Hilfsgütern wie Bekleidung, Schuhe, warme Decken, Lebensmittel u.s.w. zu unterstützen

2. als langfristiges Ziel das Dechantenhaus zu renovieren und es zu einem kirchlichen Sozialzentrum auszubauen sowohl für die Jugend als auch für die älteren Einwohner Pasvitinys.

 

Bereits im Oktober 1998 brachten wir die ersten Hilfsgüter nach Pasvitinys. Gemeinsam mit Pf. Vidas überzeugten wir uns von der großen Armut in der Gemeinde. Wir besuchten hilfsbedürftige Familien, besuchten Schulen, leerstehende Kolchosen u.s.w. Ebenso besichtigten wir die Kirche und das dazugehörende Dechantenhaus. Sehr beeindruckt fuhren wir wieder nach Hause und die Entscheidung für eine Partnerschaft stand hiermit eigentlich schon fest. Uns war klar: hier müssen wir wieder hin, hier können wir helfen ! Wir entschieden uns zunächst für eine 5jährige Partnerschaft.

Zur Wegstrecke ist vielleicht noch zu sagen: es sind 3400 km für Hin- und Rückfahrt, mit je 2 Übernachtungen. Eine Übernachtungsmöglichkeit in Nekla, Hotel Polonia, ca. 40 km hinter Posen und eine Übernachtungsmöglichkeit im Kloster in Kaunas. Dort sind wir immer sehr herzlich willkommen.

 

Besuch aus Pasvitinys

Erstmals seit längerer Zeit konnte der Holdorfer Litauenkreis wieder eine größere Besuchergruppe aus der Partnergemeinde Pasvitinys in Litauen begrüßen. Insgesamt 27 Personen waren es, die am vergangenen Donnerstag (14.09.06) gegen 18.30 Uhr beim Pfarrheim in Holdorf eintrafen. Nachdem die Gäste zunächst in die Gastfamilien gefahren waren, fand am Abend die große Willkommensparty bei Familie Müller in Fladderlohausen statt. Auch an den anderen Tagen erwartete die Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Ob beim Frühstück mit Bürgermeister Dr. Krug im Rathaus, beim Besuch auf Burg Dinklage oder bei der geführten Busrundfahrt durch die Gemeinde - immer waren die litauischen Gäste sehr interessiert. Ausgiebig nutzte man auch die Gelegenheit, sich auf der gleichzeitig stattfindenden IGEHA-Austellung heimische Betriebe und Unternehmen anzuschauen. Viel zu schnell hieß es am Sonntag schon wieder Abschiednehmen. Hatte man noch am Vormittag die Gottesdienstbesucher bei einem Empfang auf dem Kirchplatz mit Musik und Tanz unterhalten, so traf man sich am Abend mit den Mitgliedern des Litauenkreises zum gemeinsamen Abendessen im Pfarrheim. Litauisches Liedgut, Dankesworte und Geschenke prägten das Beisammensein. Gegen 22.00 Uhr schließlich - eine Stunde später als geplant – machten sich die litauischen Gäste auf die Rückreise. Ein letztes Lied und der Bus mit dem litauischen Kennzeichen fuhr in Richtung Autobahn. Auf ein Wiedersehen in Pasvitinys im Sommer 2007!